Geschichte des Muslimischen SeelsorgeTelefons (MuTeS)

Am Anfang stand ein Kontakt bei einem Treffen der Berliner Mitglieder des Fundraisingverbandes im Jahre 2006, der zwischen dem damaligen Büroleiter von Islamic Relief in Berlin und dem Fundraiser der Kirchlichen TelefonSeelsorge Berlin (KTS) entstand.

 

Der damalige Büroleiter von Islamic Relief, hatte auf diesem Kongress einen Vortrag über das Spendenverhalten der Muslime zu halten. Im Anschluss wurde der Kontakt geknüpft und gemeinsam überlegt, ob denn ein Projekt einer türkischsprachigen Hotline realisiert werden könnte, da die KTS schon lange nach einer Möglichkeit gesucht hatte, ein solches Projekt mit einem zuverlässigen Partner anzugehen. Der Leiter der KTS, Uwe Müller, war auch von dieser Möglichkeit, die sich da bot, begeistert. Zusammen bildeten die drei erfahrenen Projektmanager das Projektteam für das spätere MuTeS.

 

Schnell wurde klar, dass eine türkische Hotline eher nicht im Interesse von Islamic Relief liegt und auch nicht ausreichend wäre, sondern ein muslimischer Ansatz verfolgt werden sollte, um den Bedürfnissen aller Muslime unserer Stadt und darüber hianus gerecht zu werden.

Es wurden Gedanken ausgetauscht, Ideen entwickelt und Konzepte erarbeitet, wie das Projekt einer Muslimischen TelefonSeelsorge umgesetzt werden könnte. In dieser Zeit wurde im Team das gegenseitige Vertrauen aufgebaut. Denn für beide Seiten war es eine neue Erfahrung ein so praktisches wie dauerhaftes Projekt mit Vertretern einer anderen Religion anzugehen.

Um diese Kooperation umsetzen zu können, bedurfte es auch der Zustimmung der beteiligten drei Organisationen Islamic Relief Humanitäre Organisation in Deutschland e.V., Diakonisches Werk Berlin- Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V. (DWBO) und Caritasverband des Erzbistums Berlin e.V. (Caritas). DWBO und Caritas sind die Träger der KTS und mussten daher die Kooperation eingehen, damit das Projekt weiter vorangetrieben wird. Diese Zustimmung wurde mit einer intensiven Überzeugungsarbeit seitens des Projektteams auf allen Ebenen erreicht. Ein Kooperationsvertrag wurde zwischen den drei Organisationen geschlossen, der festlegt, dass Islamic Relief der alleinige Träger des Projektes ist und DWBO und Caritas Kooperationspartner in diesem Projekt sind. Die konkrete Kooperation soll dem Vertrag nach darin bestehen, dass es eine intensive Kooperation in den Bereichen Ausbildung, Weiterbildung, Supervision, Auswahl der angehenden Seelsorger und der Öffentlichkeitsarbeit geben wird. Dies alles war dem Umstand geschuldet, dass ein Wissenstransfer zu MuTeS gewährleistet werden muss, damit MuTeS in Zukunft in der Lage ist die Standards der TelefonSeelsorge eigenständig zu erfüllen. Diese Standards der TelefonSeelsorge wurden von beiden Seiten (der muslimischen und der christlichen) selbstverständlich als Grundlage des Kooperationsprojektes vorausgesetzt. Diese mussten vom christlichen Auftrag auf das muslimische Verständnis angepasst werden, sind aber in der Praxis und dem Geiste nach nahezu deckungsgleich.

Nach dieser formalen Phase, die sich zäher gestaltete als das Projektteam es anfangs angenommen hatte ging es in der praktischen Phase dann rasant voran.

Ende Januar 2009 wurde die Auswahltagung der ersten Auswahlgruppe durchgeführt. Mitte Februar 2009 wurde die Ausbildung mit 27 Auszubildenden, unter denen sich auch zwei Imame befanden, gestartet. Ende April 2009 wurde die Ausbildung beendet. Die Ausbildung haben 22 Auszubildende erfolgreich abgeschlossen. Am 1. Mai wurde der Dienst des MuTeS mit einem täglichen Achtstundendienst aufgenommen.

Die beiden Imame haben sich aus eigenem Antrieb und ohne Nachfrage nach Abschluss der Ausbildung bereit erklärt, nicht nur unser Projekt religiös zu begleiten, sondern auch Dienst am Telefon als “gewöhnliche“ ehrenamtliche Telefonseelsorger zu leisten.

Am 2. September 2009 fand im Roten Rathaus die Gründungsfeier in Anwesenheit zahlreicher prominenter Gäste statt.

Ende Januar 2010 wurde der 2. Ausbildungskurs mit 20 Ehrenamtlichen abgeschlossen. Seit dem 15. Februar 2010 stand der Dienst 12 Stunden von 12 bis 24 Uhr täglich zur Verfügung. Dienstags wurde der Dienst nun auch grundsätzlich zweisprachig in Türkisch und Deutsch angeboten. Nach Absprache sind zu bestimmten Terminen Gespräche in Arabisch, Türkisch, Urdu, Englisch und anderen Sprachen möglich.

Mit Abschluss des 3. Ausbildungskurses gingen weitere 17 Ehrenamtliche am 1. März 2011 in den Dienst. Der Dienst konnte nunmehr auf 16 Stunden ausgebaut werden. Die Bereitschaft dauerte in dieser Zeit täglich von 8-24 Uhr.

Mit dem Einsatz der in dem 4. Und 5. Ausbildungskurs zusätzlich ausgebildeten Ehrenamtlichen wurde das Ziel eines 24-stündigen Dienstes Wirklichkeit. Seit dem 1. März 2013 ist das Muslimische SeelsorgeTelefon an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr erreichbar. Dieser Dienst wird durch das Engagement der 73 ehrenamtlichen TelefonSeelsorger ermöglicht.

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